letztes update: 22. Mai 2013
Sport & Freizeit

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Weniger ist mehr

MINI Cooper SD Coupé im Fahrbericht

MINI Cooper SD Coupé

Bereits die erste Sitzprobe im neuen MINI Coupé auf der letztjährigen IAA in Frankfurt machte Lust auf mehr und so testete SELECTS nun ausführlich den jüngsten Spross der immer stetig wachsenden MINI-Familie. Hält der reine Zweisitzer wirklich das Versprechen, noch sportlicher zu sein als die ohnehin schon sehr dynamischen Brüder mit Platz für vier?

MINI Cooper SD Coupé

Die Voraussetzungen dafür scheinen zumindest bei unserem Testwagen nicht optimal zu sein: Als Cooper D belastet das Dieseltriebwerk die Vorderachse mit einigen Kilos mehr, als es die Benzin-Varianten tun. Zusätzliches Manko in Sachen Fahrdynamik sind die Winterreifen, die in der kalten Jahreszeit natürlich nicht fehlen dürfen.

Aber ungeachtet dessen wirft sich das kompakte 1,25 Tonnen Coupé willig in die Kurven und zieht Radien wie ein Carving-Ski. Neutral abgestimmt und gut berechenbar bekommt die britisch-bayrische Koproduktion gar nicht genug von schnellen Richtungsänderungen. Die handliche und direkte Lenkung scheint die Wünsche der Fahrer(innen) im Voraus zu erahnen und setzt sie ohne Verzögerung um.

MINI Cooper SD Coupé

Nicht ganz so spontan und leichtfüßig reagiert der 143-PS-Diesel auf Befehle des Gasfußes. Dafür entschädigt das bullige Drehmoment von 305 Nm ab 1.750 Touren mit Kraft von unten heraus und macht die Drehfreudigkeit der Benzin-Motoren teilweise vergessen. In 7,9 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h und der Vortrieb endet erst bei respektablen 216 Stundenkilometer. Nur der Sound will so gar nicht zum sportlichen Coupé passen – es ist und bleibt ein Diesel.

Dies schmälert auch den ansonsten sehr positiven Eindruck, den das edle Cockpit hinterlässt. Zugegeben, ohne die schicken Ledersitze oder Alublenden sähe es hier deutlich anders aus und typisch MINI ist die Liste der Sonderausstattungen lang, aber auch ohne in die Vollen zu gehen, passt der Innenraum gut zum Gesamtkonzept.

MINI Cooper SD Coupé

Der konsequente Verzicht auf zwei Notsitze in der zweiten Reihe macht sich im Alltag für Singles und Paare positiv bemerkbar, denn so einen voluminösen Kofferraum wie im Coupé gab es außer im MINI Countryman noch nie in einem MINI. Die große Heckklappe schluckt mühelos mehrere Getränkekisten und selbst mit der eher zurückhaltenden Lackierung Eclipse Grey Metallic zieht der Cooper SD nicht nur auf dem Supermarktparkplatz alle Blicke auf sich.

Das ausgefallende Design mit dem flachen Dach, das wie die silberfarbenen Außenspiegel und die Rallyestreifen einen schönen Kontrast zur dunkelgrauen Karosserie erzeugen, hat sicher einen großen Anteil daran. Vom 184-PS-Cooper S mit Benzinmotor unterscheidet sich der Diesel optisch allein durch den Namenszusatz „D“. Preislich ist der Selbstzünder mit dem Grundpreis von 26.300 Euro genau 1.000 Euro teurer, allerdings begnügte er sich in unserem Test mit rund 6 Liter Diesel auf 100 km. Unterm Strich hat das MINI Cooper SD Coupé bewiesen, dass manchmal weniger mehr ist!

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