Kunst & Kultur

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Auf der Suche nach dem Ich

Start der Ausstellung "Mexicanidad" in der Kunsthalle Würth

Rufino Tamayo

Morgen öffnen sich die Tore der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall für eine außergewöhnliche Ausstellung – Mexicanidad. Präsentiert werden Werke von Frida Kahlo, Diego Rivera, Rufino Tamayo, Francisco Toledo und Adolfo Riestra. Die Kuratorin der Schau, Dr. Beate Elsen-Schwedler, stand SELECTS freundlicherweise Rede und Antwort.

Frida Kahlo: Stillleben, 1951

Was bedeutet der Begriff Mexicanidad?
Unter Mexicanidad wird eine Mentalität zusammengefasst, die in der mexikanischen Revolution von 1910 ihren Ursprung findet. Ausgelöst durch Krisen im Agrar- und Sozialbereich kämpfen unterschiedlich orientierte Volksbewegungen für eine grundlegende Neuordnung des Staates. Der Revolutionsführer Emiliano Zapata wird zur Symbol- und Identifikationsfigur für eine ganze Generation von Arbeitern, Intellektuellen und Künstlern. "Erst durch die rund dreißig Jahre währende Revolution lernte Mexiko sich selbst kennen“, wie es der große mexikanische Romancier, Essayist und Diplomat, Carlos Fuentes auf den Punkt bringt.

Francisco Toledo: Hombre con manos de madera, 1970

Was waren die Folgen?
Nach wenigen Jahren kommt es zu einer modernen Verfassung und zum Erstarken einer neuen mexikanischen Mentalität, deren hervorstechendes Merkmal der Pluralismus ist. Denn zwischen indigenem, kolonialem und universalistisch-modernistischem Erbe der jungen Nation entwickelte sich eine eigene Sprachen- und Formenwelten, die das dynamische und durchaus wechselwirksame Verhältnis der einzelnen Momente widerspiegeln.

Und diese Diversität findet sich auch in den Werken der ausgestellten Künstler?
Für uns war das ein Anlass, die Werke von Frida Kahlo, Diego Rivera, Rufino Tamayo, Adolfo Riestra und Francisco Toledo im Hinblick auf ihre jeweils eigene Mexicanidad zu untersuchen und zu betrachten, zumal Rufino Tamayo, Adolfo Riestra und Francisco Toledo bereits seit Jahren mit einigen Arbeiten in der Sammlung Würth vertreten sind.

Adolfo Riestra: Bombonera grande, 1989

Was eint all diese Künstler außer ihrer Nationalität?
Künstlerisch verfolgen sie alle verschiedene Ansätze. Was sie eint, ist ihre intensive Suche nach Verortung in einer durch und durch hybriden Gesellschaft – um diesen im Kontext mexikanischer Identitätsfindung etwas strapazierten Begriff zu verwenden. Bei den ausgewählten Künstlern heißt das jedoch nicht einfach Vermischen, sondern strategische und selektive Aneignung von Bedeutungen. Mit großer Sensibilität für kulturelle Analogien und Gegensätze,  suchen sie den Dialog mit dem Anderen auch in der eigenen Kultur.

Welchen Stellenwert hat diese Ausstellung für das Museum?
Für die Kunsthalle Würth ist Mexicanidad zweifelsohne die wichtigste und in jeder Hinsicht aufwendigste Ausstellung 2012.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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